Vollholzprodukte und Holzwerkstoffe

Vollholzprodukte und Holzwerkstoffe

In der Holzbranche wird zwischen Vollholzprodukten und Holzwerkstoffen bzw. Plattenwerkstoffen unterschieden. In die Kategorie der Vollholzprodukte fallen unter anderem das Konstruktionsvollholz und das Brettschichtholz. Holzwerkstoffe werden aus zerkleinerten Holzteilen (z. B. Späne, Fasern, Furniere, Bretter) in entsprechenden Verfahren unter Zugabe von Klebstoffen und Bindemitteln zu Platten verpresst. Die zahlreichen Eigenschaften von Holz machen diesen Rohstoff bekanntlich zu einem natürlichen sowie flexiblen Baustoff. Im Folgenden wird näher Bezug auf die wichtigsten Holzprodukte genommen.

Konstruktionsvollholz (KVH)

Konstruktionsvollholz ist ein veredeltes Bauschnittholz, welches den Festigkeitsklassen C24 und C30 entspricht. Zu den zulässigen Holzarten, die industriell zu KVH verarbeitet werden können, gehören Kiefer, Fichte, Tanne, Douglasie und Lärche. Grundsätzlich wird beim Konstruktionsvollholz zwischen KVH für sichtbare Anwendungen (KVH-Si) und KVH für nicht sichtbare Anwendungen (KVH-Nsi) unterschieden. KVH ist aufgrund der Keilverzinkung zu einem unendlichen, kraftschlüssigen Vollholzprodukt ausgebildet und wird in der DIN 1995-1-1 geregelt. KVH darf grundsätzlich nur in den NKL 1 und 2 verwendet werden.

Bauhölzer für tragende Zwecke müssen durch eine CE-Kennzeichnung kenntlich gemacht werden. Diese gibt klare Vorschriften vor, die erfüllt werden müssen:

  • Geometrische Daten
  • Festigkeitsdaten
  • Holzart
  • Hersteller
  • Sortierung

Brettschichtholz (BSH)

Das Brettschichtholz, auch unter GL (= glue laminated timber) bekannt, besteht aus mindestens drei miteinander verleimten Nadelholzbrettern und zeichnet sich durch Lamellen aus, die wechselseitig geleimt sind. Für die Herstellung von BSH wird z. B. nur Fichte, Lärche, Tanne oder Douglasie verwendet. Wie beim KVH wird zwischen sichtbaren und nicht sichtbaren Merkmalen unterschieden. Zusätzlich wird zwischen homogenem (homogen bzw. GL24H = alle Lamellen entsprechen der Festigkeitsklasse C24) und kombiniertem BSH unterschieden. BSH kann in Breiten von bis zu 30 cm und in einer Querschnittshöhe von bis zu 3 m hergestellt werden.

Info: BSH ist besonders tragfähig und kommt zum Einsatz, wenn schwere Kräfte abgeleitet werden müssen. KVH wird hingegen eingesetzt, wenn vollständige Konstruktionen errichtet werden. Die schweren Träger sind in diesem Zusammenhang meist aus BSH gefertigt.

Plattenwerkstoffe

Neben den Vollholzprodukten BSH und KVH werden in Konstruktionen auch Plattenwerkstoffe verwendet. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen und Formen. Die gängigsten Plattenwerkstoffe sind:

  • Furnierplatten: Sie zeichnen sich durch 3 mm dicke Nadelholzfurnierschichten aus, die wechselseitig übereinander geleimt sind, sodass flexibel diverse Plattengrößen hergestellt werden können.
  • Spanplatten:  Diese Platten wurden entwickelt, um den Verwertungsgrad der Bäume zu steigern. Die Platten bestehen aus mindestens drei bis fünf Schichten und immer aus Holzfasern, die mit einem Bindemittel verbunden werden. Die äußere Schicht aus feinen Spänen macht die Platten für den Möbelbau besonders attraktiv. Durch die Späne wird ein konstantes Q/S-Verhalten erzielt, wobei die schlechtere Festigkeit gegenüber einem Vollholzprodukt ein klarer Nachteil ist. Je nach Länge der Fasern, entstehen folglich unterschiedliche Platten:
  1. Langpressplatten (OSB)
  2. Flachpressplatten (P1-P7, ehemals FPY)
  3. Strangpressplatten (ES = Vollplatten und ET mit Röhren)

 

Die Spanplatte wurde immer weiterentwickelt: Seit 1963 gibt es die sogenannten Grobspanplatten (OSB-Platten). Dabei werden lange Späne bei der industriellen Herstellung miteingearbeitet. Durch die langen Fasern wird die Biegefestigkeit gesteigert und durch den hohen Klebeanteil wird der Wasserdampfdiffusionswiderstand erhöht.

Spanplatten müssen immer CE-zertifiziert sein, um sie für tragende Anwendungen nutzen zu können. Weiterhin darf in den Platten der Richtwert von 0,124 mg/m³ an Formaldehyd nicht überschritten werden. Vom Holzschutzmittel Pentachlorphenol (PCP) darf max. 5 ppm enthalten sein. Mit der Brandschutzklasse D deutet die Platte darauf hin, dass sie normalentflammbar ist, sich durch eine mittlere Rauchentwicklung (s2) auszeichnet und beim Brennen keine Partikel abfallen dürfen (d0).

Nach DIN EN 300 werden die technischen Eigenschaften der Plattentypen geregelt. Es gibt vier Plattentypen:

  • OSB/1: Dieser ist generell für den Nutzen im Innenausbau zu verwenden, insbesondere für den Möbelbau.
  • OSB/2: Dieser ist seit 2014 nicht mehr erhältlich und war für tragende Zwecke im Trockenbereich geeignet.
  • OSB/3: Für tragende Zwecke im Feuchtebereich einsetzbar.
  • OSB/4: Im Gegensatz zu OSB/3 sind diese hochbelastbaren Platten für ebenso tragende Zwecke im Feuchtebereich geeignet. Sie sind grundsätzlich leistungsstärker.

Sperrholz

Der Begriff „Sperrholz“ leitet sich von dem Verfahren ab, wie die einzelnen Schichten aufeinander geleimt werden – die Holzfurniere sperren sich in ihrem Bewegungsverhalten gegenseitig ab. Die Schichten werden kreuzweise verleimt, sodass das Q/S-Verhalten fast nicht mehr nennenswert ist. Es gibt verschiedene Arten von Sperrholzplatten:

  • Furniersperrholz, auch Multiplexplatte genannt (Bestehend aus einer ungeraden Anzahl an Furnierschichten.)
  • Stab-/Stäbchensperrholz, auch Tischlerplatte genannt (Bestehend aus zusammengeleimten Stäbchen in einem dicken Mittelteil, außen ist eine Furnierschicht vorhanden.)
  • Bootsbausperrholz bzw. Marinesperrholz für den Schiffbau sowie der Ausstattung von Booten (Aufgrund eines speziellen Leims ist dieses seewasserfest, die äußersten Schichten bestehen aus Edelhölzern.)
  • Brettsperrholz, auch Kreuzlagenholz (KLH) oder Cross-laminated timber (CLT) genannt (Bestehend aus zusammengeleimten Brettschichten, nicht aus Furnierschichten. Durch die verkreuzte Verleimung erhält dieses Sperrholz-Charakter.) BSH wird in dieser Hinsicht immer beliebter, vor allem im modernen und mehrgeschossigen Wohnungsbau. Dafür liefert Eurotec eine Vielzahl von innovativen und starken Verbindern.

Der Trend zum Holzbau hält seit Jahren an und entwickelt sich immer weiter. Die Holzbauqualität spielt in dieser Hinsicht dauerhaft eine entscheidende Rolle: Nadelhölzer zu Bauzwecken werden in der Regel nach DIN 4074-1 geregelt. Die Norm legt die Sortiermerkmale und Sortierklassen fest, welche letztlich als Voraussetzung für die Festlegung ihrer Tragfähigkeit und Anwendungstauglichkeit gilt.

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