Terrassen bauen im Außenbereich und Planungshilfen

Terrassen bauen im Außenbereich und Planungshilfen

Eine Holzterrasse benötigt stets eine robuste, langlebige und solide Unterkonstruktion, wenn sie aufgestellt wird. Dabei spielt die Lebensdauer eine ebenso wichtige Rolle, denn mit der Wahl des richtigen Materials sowie den geeigneten Befestigungsmitteln ist bereits das Grundlegendste geschafft. Die vielfältigen Arten von Holz können den individuellen Ansprüchen bei der Planung und Ästhetik der eigenen Terrasse helfen. Holzsorten unterscheiden sich aber nicht nur optisch, sondern auch in technischer Weise voneinander, daher ist hier ein besonderer Blick darauf zu werfen, welches Holz es letztlich für die Terrasse werden soll.

Bekanntlich ist der direkte Kontakt von Holzkonstruktionen mit dem Untergrund nicht zu empfehlen aufgrund von aufsteigender Feuchtigkeit, welche zu Fäulnis, Pilzbefall etc. führen kann. Auch eine daraus resultierende Beeinträchtigung der Qualität der Terrassendielen aus Holz kann dies zur Folge habe. Dies gilt natürlich auch beim Verlegen der Dielen: Eine ausreichende Unterlüftung bei direktem Holz-Holz-Anschluss (zwischen Unterkonstruktion und Terrassendiele) beispielsweise kann mittels Abstandsmontage z. B. durch unsere Dista-Leiste 2.0 geschaffen werden. Der konstruktive Holzschutz ist hier das Stichwort und der Schlüssel zu einer hohen Lebensdauer einer Terrasse. Grundsätzlich wird bei der Planung einer Terrasse vorab auch noch entschieden, ob die Dielen sichtbar/direkt oder nicht sichtbaren/indirekt fixiert werden sollen.

Schaut euch unsere Befestigungsmöglichkeiten von Terrassendielen je nach Holzart an:

Die Dista-Leiste 2.0 wirkt als Abstandhalter und dient einem Bewegungsspielraum von 7 mm zwischen Diele und Unterkonstruktion.

Info: Der konstruktive Holzschutz dient als Maßnahme, um die Langlebigkeit des Materials zu gewährleisten. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören der Schutz vor Feuchtigkeit, mechanischer Beanspruchung sowie biologischem Befall. Beispiele für konstruktiven Holzschutz umfassen den Einsatz von Dachüberständen, um das Holz vor Regenwasser zu schützen, die Vermeidung vor direktem Bodenkontakt, um z. B. Pilzbefall und Fäulnis zu verhindern, oder die Anwendung von Holzschutzmitteln. Im Hinblick auf den Terrassenbau können hierfür Lösungen aus dem Produktsortiment von Eurotec eingesetzt werden, wie Verstellfüße, Holzschutzband, Wurzelflies, Pfostenträger etc

Holzkonstruktionen können selbstverständlich auch dauerhaft vor Feuchtigkeit geschützt werden, wenn konstruktive Maßnahmen frühzeitig getroffen werden. Die DIN 68800 regelt dafür alle vorbeugenden Maßnahmen zum baulichen Holzschutz. Auf chemische Holzschutzmittel soll weitestgehend verzichtet werden.

Eine fachgerechte Terrassenunterkonstruktion mittels Verstellfüßen trägt zum konstruktiven Holzschutz bei.

Passende Produkte zum Holzschutz entdecken

Anforderungen an eine Terrasse in der Nutzungsklasse 3 / Gebrauchsklassen 3.1/3.2/4 nach DIN 68800

Terrassenkonstruktionen liegen meist frei bewittert, was wiederum bedeutet, dass das Holz über einen langen Zeitraum bzw. dauerhaft Nässe ausgesetzt ist und sich Wasser anstauen kann. Dadurch kann die Holzausgleichsfeuchten deutlich über 20 % liegen. So entstehen schnell Gefahren durch Insekten, Pilze oder Moderfäulen – dieses Risiko kann durch eine gute Planung und die Wahl hochwertiger Produkte minimiert werden.

Im Außenbereich müssen Terrassendielen aus Holz zahlreichen Herausforderungen standhalten, wie Witterungseinflüssen, Feuchtigkeit, UV-Strahlung und mechanischer Belastung. Aus diesem Grund spielen hochwertige Befestigungsmittel, die speziell für den Terrassenbau entwickelt worden sind, eine wichtige Rolle. Bei der sichtbaren Befestigung von Dielen sind diverse Faktoren zu berücksichtigen. Im Zusammenhang mit Schrauben ist es daher wichtig, dass diese den besonderen Anforderungen der NKL3 gerecht werden. Zunächst sollten die Befestigungsmittel eine hohe Korrosionsbeständigkeit aufweisen, um der Feuchtigkeit und den chemischen Einflüssen im Außenbereich jederzeit standzuhalten. Weiterhin müssen diese in puncto Stabilität überzeugen, um Holzbewegungen – dem Quellen und Schwinden – aushalten zu können und ein Abscheren der Schraube zu verhindern. Es empfiehlt sich, Schrauben aus rostfreiem Edelstahl (A2/A4) oder gehärtetem Edelstahl (C1) zu verwenden.

Die Terrassenschraube Terrassotec beispielsweise ist für die Befestigung von Holzkonstruktionen konzipiert und entspricht den genannten Belastungsansprüchen. Weitere spezielle Terrassenschrauben, die für die Anwendung im Außenbereich geeignet sind und der NKL3 entsprechen, findet ihr in unserem Sortiment.

Hier geht es zu unseren Verbindungsmitteln für die sichtbare Befestigung einer Terrasse:

Für ein besseres Verständnis haben wir die nachfolgende Tabelle erstellt, aus welcher ihr wichtige Informationen der Schraubenstähle nach ihrer Korrosionsbeständigkeit für die Befestigung von Holz entnehmen könnt.

Hier noch einmal zusammengefasst alle Informationen zu den einzelnen Nutzungsklassen nach Eurocode 5:

NKL 1 → u = 10 ±5 %, meist ≤ 12 % → Bsp.: beheizte Innenräume

Holzausgleichsfeuchte 5 bis 15 %, meist nicht > 12 %, entsprechend einer Temperatur von 20 °C und einer relativen Luftfeuchte der umgebenden Luft, die nur für einige Wochen pro Jahr einen Wert von 65 % übersteigt

NKL 2 → u = 15 ±5 %, meist ≤ 20 % → Bsp.: außen, aber überdacht bzw. vor direkter Bewitterung geschützt

Holzausgleichsfeuchte 10 bis 20 %, entsprechend einer Temperatur von 20 °C und einer relativen Luftfeuchte der umgebenden Luft, die nur für einige Wochen pro Jahr einen Wert von 85 % übersteigt

NKL 3 → u = 18 ±6 % → Bsp.: Holzterrasse

Holzausgleichsfeuchte 12 bis 24 %, entsprechend Klimabedingungen, die zu höheren Holzfeuchten führen, als in Nutzungsklasse 2 angegeben

Auch die Gebrauchsklassen nach DIN 68800 einmal zusammengefasst:

Die Gebrauchsklassen sind eine Einteilung, mit deren Hilfe Art und Umfang eventuell notwendiger chemischer Holzschutzmaßnahmen beurteilt werden kann. In Deutschland ist hierfür die DIN 68800 Teil 1 maßgebend. Seit der Neuausgabe der DIN 68800 2011 / 2012, hat die „Gebrauchsklasse“ die „Gefährdungsklasse“ abgelöst.

Es sollte vor jeder Anwendung mit chemischem Holzschutz geprüft werden, ob durch vorbeugende bauliche Maßnahmen ein ausreichender Schutz des Holzes erzielt werden kann.

An tragenden- und aussteifenden Holzbauteile müssen eingesetzte Holzschutzmittel laut den Teilen 2 und 3 der DIN 68800 eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung haben.

Universal-Holzschutzmittel für alle vier Gefährdungsklassen Iv, P, W und E sind nicht mehr zugelassen. Für den Einsatz der entsprechenden Mittel muss zunächst nach Art der Gefährdung oder des Befalls entschieden werden. Auf chemischen Holzschutz kann generell verzichtet werden, wenn Holzarten der Gebrauchsklasse 4 mit einer natürliche Dauerhaftigkeit (Resistenz) verwendet werden.

Praxisorientierte Beschichtungssysteme für Holzbauschrauben

In einem praxisorientierten Test haben wir unsere beschichteten Schrauben aus Kohlenstahl in der Nutzungsklasse 3 auf ihre Dauerhaftigkeit getestet. Zu welchen Ergebnissen es dabei kam, erfahrt ihr in unserem Beitrag.

Hast du noch technische Fragen?

Wir beraten dich gerne bei deinem Bauprojekt! Kontaktiere unsere Technikabteilung per E-Mail technik@eurotec.team, rufe uns an unter +49 2331 62 45-444 oder nutze die kostenlose Berechnungssoftware zur Planung.